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Die Freie Ausbildung für biologisch-dynamischen Landbau Siebenteilige Information:
Gesprächsleitfaden für die Expertengespräche zur Didaktik im ökologischen Landbau 1. Gibt es eine andere Didaktik im Ökolandbau, speziell im bio.-dyn. Bereich, im Vergleich zu den anderen Richtungen des Ökolandbaus und im Vergleich zum konventionellen Landbau? 1.a Wenn ja, wie sieht diese aus und warum gibt es diese? Ja, es gibt eine andere Didaktik die sich daraus ergibt, dass sich die zu vermittelnden Inhalte nie von der Methodik diese zu vermitteln trennen lassen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Da im Ökolandbau ein anderes Ziel verfolgt wird, sind um ein anderes Denken der Schüler zu bewirken auch andere Methoden notwendig. Man ist versucht eine Fragekultur und kein Antwortkultur bei den Schülern zu entwickeln. Die Schüler sollen selbst Fragen entwickeln und diese selbst durch eigene Erfahrungen und im Gespräch beantworten können. Durch die Fragekultur wird verstecktes Wissen aktiviert. Durch Beobachtungen können weitere Fragen gestellt werden. Dies setzt die Übung des Beobachtens voraus. Es wird ein Zusammenhang zwischen versteckten Beobachtungen und verstecktem Wissen gesehen. Es wird weniger durch abstrakte Tafelbilder und Folien sondern durch persönliche Erfahrungen gelehrt. Für den Bereich Hochschule sollten deshalb die Praxis zur Erfahrungssammlung an den Anfang gestellt werden. Der Ansatz des Projektstudiums wird generell begrüßt, wohingegen die Umsetzung im Hochschulbereich kritisch betrachtet wird. Wenn man erreichen will, dass sich die Schüler eine andere Denkweise aneignen, ist dieser innovative Ansatz notwendig. Die beiden Schlüsselfragen sind neben der Art des Erwerb des Wissens : Wie gehe ich mit Wissen um? Und Wie komme ich zu Gesamtbildern? um Urteile und Entscheidungen zu fällen. Letzteres kann durch einen starken interdisziplinären Ansatz erreicht werden. Die Schüler versuchen selbstständig Verknüpfungen zwischen Ereignissen durch persönliche Erfahrungen zu erstellen und werden bei Bedarf durch die Dozenten unterstützt. 1.a.a Ist die Didaktik, die angewendet wird, eine Besondere, oder einfach nur gute Didaktik, die Überhaupt in allen Bereichen Verwendung finden sollte? Wie sehen sie dies für die Ausbildung im konventionellen Landbau? Es wird davon ausgegangen, dass es sich um „einfach gute Didaktik“ handelt, die in allen Bereich Anwendung finden sollte. Da man aber durch diese Didaktik auch zu anderen Inhalten kommt, kann man durchaus auch von einer „besonderen“ Didaktik sprechen. Das bedeutet, dass wenn im konventionellen Landbau mit der gleichen Methodik gelehrt würde wie im Ökolandbau, die Schüler zwangsläufig zur Praxis des Ökolandbaus übergehen müssten. Konventioneller Landbau kann nicht interdisziplinär gelehrt werden weil bei Hinzuziehung anderer Disziplinen der konventionelle Ansatz keinen sinn mehr ergibt. 1.b.b Welche generellen Veränderungen in der Didaktik sind nötig, die vielleicht in der Lehre zum ökologischen Landbau bereits umgesetzt sind? Wie könnte diese Didaktik aussehen? Es müsste eine stärkere Verbindung zwischen Theorie und Praxis geben. Ziel ist es die Schüler zu lebenslangem Lernen zu motivieren und ihnen Möglichkeiten zum Selbstlernen zu vermitteln. Der Begriff Auszubildender ist ein Unwort, da aus ihm hervorgeht, dass der Azubi eine passive Position einnimmt. Im ökologischen Landbau wird aber das umgekehrte Ziel verfolgt. Die Schüler sollen selbst lernen wollen.
2 Gibt es eine spezielle Methodik für den ökologischen Landau, die für die Lehre im konventionellen Bereich überflüssig ist? Wenn man sich den Bereich der Grundlagenvermittlung im konventionellen Bereich anschaut und sich vor Augen hält, dass diese Vermittlung entsprechend der guten fachlichen Praxis erfolgt, dann müsste man eigentlich zum ökologischen Landbau kommen. Viele ungeprüfte Voraussetzungen und Paradigmata sollten ja in jeder Methodik hinterfragt werden. In diesem Sinne gibt es keine spezielle Methodik 3.Halten sie den Schwerpunkt auf der künstlerischen Ausbildung für eine Besonderheit? Die künstlerische Ausbildung kann lediglich aus konventioneller Sicht als „Schwerpunkt“ angesehen werden, wobei auch in der „klassischen“ Seminar- und Tagungspraxis gruppendynamische und künstlerische Momente zu finden sind. Die Kunst wird herangezogen um das Beobachtungsvermögen zu schulen (Wetter, Pflanzen) und bietet die Möglichkeit sich verstecktes Wissen zu erschließen. Sie ist nicht das „Sahnehäubchen“ für das sie gern aus dem konventionellen Lager gehalten wird, sondern eine effizient Methode zur Bildung. Die künstlerische Ausbildung ist zudem Element jeder Seminar- und Tagungshygenie. 4. Wie sehen sie dies im Vergleich zu anderen Richtungen des ökologischen Landbaus bzw. zum konventionellen Landbau? Aus den bereits schon genannten Gründen gibt es bzw. sollte es bezüglich der künstlerischen Ausbildung keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Richtungen geben 5. Sehen sie den Ökolandbau als Pionier in dieser Didaktik? Für diesen Bereich kann der bio.-dyn. Bereich sehr wohl als Pionier angesehen werden. Auch der Ansatz, der in Witzenhausen gewählt wurde ist beispielhaft. 6. Was wünschen sie sich diesbezüglich für die Zukunft? Für die Zukunft muss ein großer Schwerpunkt auf die Bildung der Ausbilder gelegt werden, damit diese Methoden noch bewusster in der täglichen Ausbildung eingesetzt werden können. 7 Kennen Sie Literatur zu diesen Sachverhalten (speziell Ökologischer Landbau oder allgemein)? Nein. Dies ist wiederum eine Besonderheit, dass zu dieser Methodik ein pädagogisches Handbuch fehlt, wodurch die Lehrenden in der selben Lage sind wie die Lernenden, sie müssen das Lernen jeden tag neu erfinden..
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